Neuköllner Geschichte Ⅱ
Klaus Bortoluzzi | 24. Februar 2010
Die Bedeutung des Begriffs „Nacht und Nebel“ ist seit Mitte des letzten Jahrunderts vor allem durch den so genannten Nacht-und-Nebel-Erlass geprägt, der mit den Nürnberger Prozessen gegen die NS-Kriegsverbrecher und durch den gleichnamigen Film von Alain Resnais (Originaltitel: Nuit et brouillard) bekannt geworden ist. So schien der Titel der Veranstaltung „NachtUndNebel“ seit Jahren umstritten, auch wenn die Diskussion darum kaum öffentlich geführt wurde. Stellt sich die Frage, ob die Künstler und Neuköllner, die sich jährlich an „NachtUndNebel“ beteiligen und die vielen Besucher des jährlichen Events der deutschen Geschichte gegenüber einfach gleichgültig sind. Sind wir alle tatsächlich so wenig politisch, dass es notwendig ist sich in einer Stellungnahme vom Nationalsozialismus zu distanzieren? – Nutzen wir also die Gelegenheit zu einer offenen und kritischen Diskussion über die deutsche Geschichte und über unseren Umgang damit. Angesichts der jüngsten Neonazi‑ Übergriffe in Neukölln (siehe Tagesspiegel vom 20.12.2009 und vom 27.01.2010) erscheint die politische und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen dringend notwendig.
Eine Stellungnahme des Schillerpalais e. Ⅴ. zur Namensgebung der Veranstaltung „NachtUndNebel“ als pdf-Datei.



